Handlungsalgorithmen für die Notfallsanitäterin / den Notfallsanitäter Land Brandenburg Version 1.4 vom 01.03.2019

Alle Angaben auf dieser Homepage dienen ausschliesslich dem Lernen im Rahmen der Weiterbildung zum Notfallsanitäter in Brandenburg. Es sind weiterhin die Erstellungsdaten der Skripte und Handlungsalgorithmen zu beachten!

Da nicht für die Fehlerfreiheit der gemachten Angaben garantiert werden kann, wird für Schäden, die durch eine Anwendung dieser Informationen an Patienten entstehen, keine Haftung übernommen!

intramuskuläre (i.m.) Injektion

Indikationen:

  1. Applikation von Notfallmedikamenten (Epinephrin bei der allergischen Reaktion)

Es gelten für die intramuskuläre Medikamentengabe jeweils eigene Dosierungen!

Kontraindikationen

  1. Unklarheit über anatomische Strukturen
  2. Operationsgebiete, Hämatome
  3. Hautveränderungen durch z.B. Infektionen, Läsionen oder Pilz
  4. Narbengewebe, Verhärtungen

Vorbereitung

  1. sterile Tupfer
  2. Haudesinfektionsmittel
  3. Aufziehkanülen (oder Minispikes)
  4. Injektionskanülen
  5. Spritzen
  6. Kanülenabwurfbehälter
  7. Einmalhandschuhe

Durchführung

  1. Zur Freisetzung von schmerzlindernden Gewebshormonen und zur maximalen Entspannung der Muskulatur wird der aufgesuchte Injektionsbereich vor dem Einstich kneifend massiert.
  2. Patienten informieren! Nach schnellem Einstich wird der Kanülenansatz festgehalten, das Abstützen der fixierenden Hand verhindert ein Verrutschen der Nadel.
  3. Durch Aspiration wird überprüft, ob man ein Gefäß punktiert hat ist dies nicht der Fall, wird das Medikament injiziert.
  4. Das Einspritzen des Medikaments erfolgt langsam dabei sind Reaktionen des Patienten, z.B. Schmerzäußerungen, gezielt zu beobachten
  5. Nach zügigem Entfernen der Nadel wird die Einstichstelle komprimiert und durch leichte, rotierende Bewegungen kann das Medikament etwas im Gewebe verteilt werden.
  6. Die Injektionsnadel wird wegen der Verletzungs- und Ansteckungsgefahr nicht in die Schutzhülle zurückgesteckt. Kanülen und Glasampullen müssen in sichere Behältnisse abgeworfen werden.

bevorzugte i.m. Punktionsstellen

Oberschenkel

  1. Injektion in der Mitte der Verbindungslinie zwischen Trochanter Major und Patella (Musculus vastus lateralis)
  2. Kleinfingergrundgelenke auf die Knochenvorsprünge des Trochanter Major und der Patella
  3. mit den abgespreizten Daumen ertastet sich die Begrenzung des M. vastus lateralis
  4. die Injektionsstelle befindet sich oberhalb der beiden Daumenspitzen (nicht dazwischen)
  5. der Einstich erfolgt senkrecht zur Hautoberfläche
  6. Die Injektionsmenge ist auf 5 ml begrenzt.
Intramuskulär

Oberarmmuskulatur

  1. Injektionsstelle auf der höchsten Erhebung des Musculus deltoideus, 3 Querfinger unterhalb des Acromions
  2. Injektion ist hier mit wenig Gefahren verbunden, da die Gefäße und Nerven hinter dem Humerus in der Axilla verlaufen
  3. die Injektion erfolgt senkrecht zur Hautoberfläche
  4. Die Injektionsmenge ist auf 2 ml begrenzt.
Intramuskulär

Komplikationen

  1. Schädigungen des Muskel- und Fettgewebe (Fibrosen, Nekrosen)
  2. septischer Spritzenabszess
  3. Nervenschäden
  4. Embolia cutis medicamentosa (versehentliche Injektion in Arterie)
  5. irrtümliche i.v.-Injektion

Quellen:
Handlungsalgorithmen für die Notfallsanitäterin / den Notfallsanitäter Land Brandenburg Version 1.4 vom 01.03.2019
Rahmenhandlungsalgorithmen des Landes Brandenburg für die Aus-/Weiter- und Fortbildung zur Notfallsanitäterin/zum Notfallsanitäter - Version 5.2 vom 30.03.2017