Handlungsalgorithmen für die Notfallsanitäterin / den Notfallsanitäter Land Brandenburg Version 1.4 vom 01.03.2019

Alle Angaben auf dieser Homepage dienen ausschliesslich dem Lernen im Rahmen der Weiterbildung zum Notfallsanitäter in Brandenburg. Es sind weiterhin die Erstellungsdaten der Skripte und Handlungsalgorithmen zu beachten!

Da nicht für die Fehlerfreiheit der gemachten Angaben garantiert werden kann, wird für Schäden, die durch eine Anwendung dieser Informationen an Patienten entstehen, keine Haftung übernommen!

Elektrotherapie bei tachykarden Herzrhythmusstörungen - Kardioversion / synchrone Defibrillation

Die Kardioversion dient der Behandlung von tachykarden Herzrhythmusstörungen mit Bewusstseinseintrübungen.

Indikation: lebensbedrohliche Tachykardie mit Bewusstlosigkeit

  1. Herzfrequenz > 150/min
    und
  2. Blutdruck sys unter 90 mmHg
    und
  3. Bewusstlosigkeit

mögliche Ursachen einer instabilen Tachykardie:

  1. Vorhofflimmern
  2. Vorhofflattern
  3. supraventrikuläre Tachykardie (SVT)
  4. ventrikuläre Tachykardie (VT)

Kardioversion / syncrone Defibrillation

Kontraindikationen:

  1. reanimationspflichtiger Patient
  2. wacher Patient
  3. RR sys > 90 mmHG
  4. HF kleiner 150/min

Nebenwirkungen:

  1. Bradykardie
  2. Thromboembolien (z.B. Apoplex mgl.)
  3. Asystolie
  4. Kammerflimmern
  5. pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT)
  6. Schmerzen

Durchführung
Beim Vorliegen der Parameter:

  1. Herzfrequenz über 150/min
  2. Blutdruck systolisch unter 90 mmHg
  3. Patient bewusstlos

kann mit der elektrischen Kardioversion / synchronen Defibrillation begonnen werden. Folgendermaßen ist vorzugehen:

  1. Reanimationsbereitschaft herstellen
  2. Gerät einschalten
  3. Anlegen einer Extremitätenableitung -> bei den meisten Geräten ist diese zur Analyse des tachykarden Rhythmus notwendig
  4. Anlegen der Defibrillationselektroden anterior-posterior
  5. Auswahl Modus "Manuell"
  6. Einstellen der gewünschten Energie*
  7. Taste "Laden" drücken
  8. wenn "Bereit zum Schock" Taste Schock gedrückt halten bis zur Schockabgabe
  9. Kontrolle der Vitalparameter nach Schockabgabe

* Energie - Dosierung:

  1. Vorhofflimmern (VHF)
    120J - 150J - 200J
  2. Vorhofflattern (VHFl)
    70J - 120J - 150J
  3. Supraventrikuläre Tachykardie (SVT)
    70J - 120J - 150J
  4. ventrikuläre Tachykardie (VT)
    120J - 150J - 200J

Je Indikation lediglich 3 stufige Kardioversion! Keine Wiederholung der maximalen Energie!

Ein Beispielvideo zur Kardioversion:

Bedienelemente zum Kardiovertieren am Corpuls C3:

  1. 1 - Taste "Manuell" - für Modus "manuelle Defibrillation / Kardioversion"
  2. 2 - Drehrad zur Energie Einstellung
  3. 3 - Taste "Laden" zum Starten des Ladevorgangs
  4. 4 - Taste "Schock" zur Energieabgabe gedrückt halten
Kardioversion

Wichtig!
Die Taste "Schock" muss gedrückt und gehalten werden. Der Corpuls C3 syncronisiert die Schockabgabe automatisch - es soll nicht in die vulnerable Phase der Herzaktion geschockt werden.
Dies soll ein nachfolgendes Kammerflimmern verhindern.

Wirkungen:

  1. Unterbrechen kreisender Erregungen
  2. R - Zacken getriggerte manuelle Defibrillation
  3. Sinusknotenerregung wird wieder Taktgeber

Beachte!
Die Energien zur Kardioversion können nach regionalen Protokollen oder der Herstellerangaben variieren.

Vor jeder synchronen Defibrillation ist Reanimationsbereitschaft herzustellen!

Maximal 3 Kardioversionsversuche durch NotSan! Sollte sich eine therapieresistente Tachykardie darstellen, soll der NotSan ein Rendezvous mit einem bereits nachgeforderten Notarzt zur medikamentösen Therapie bzw. zum zügigen Transport anstreben.

Alle Angaben entsprechend Handlungsalgorithmen für die Notfallsanitäterin / den Notfallsanitäter Land Brandenburg Version 1.4 vom 01.03.2019