Handlungsalgorithmen für die Notfallsanitäterin / den Notfallsanitäter Land Brandenburg Version 1.4 vom 01.03.2019

Alle Angaben auf dieser Homepage dienen ausschliesslich dem Lernen im Rahmen der Weiterbildung zum Notfallsanitäter in Brandenburg. Es sind weiterhin die Erstellungsdaten der Skripte und Handlungsalgorithmen zu beachten!

Da nicht für die Fehlerfreiheit der gemachten Angaben garantiert werden kann, wird für Schäden, die durch eine Anwendung dieser Informationen an Patienten entstehen, keine Haftung übernommen!

Mitwirkung bei der NIV CPAP Beatmung

Indikation:

  1. exacerbierte COPD / Lungenödem
  2. Dyspnoe
  3. Tachypnoe - SpO2 unter 90%
  4. SpO2 unter 90 % trotz O2 Gabe
  5. respiratorische Insuffizienz

Es müssen alle 5 Punkte erfüllt sein!

Kontraindikationen:
absolute Kontraindikationen:

  1. fehlende Spontanatmung
  2. Schnappatmung
  3. Verlegung der Atemwege
  4. gastrointestinale Blutung oder Ileus

relative Kontraindikationen:

  1. Bewusstseinsstörung
  2. massive Agitation
  3. hämodynamische Instabilität
  4. schwere Hypoxämie (SpO2 unter 75% trotz O2)
  5. Probleme mit Atemwegszugang

klinische Voraussetzungen:

  1. kooperativer Patient
  2. spontan atmend

Ablauf NIV CPAP Beatmung

  1. Gerät einstellen
  2. Maske an Gesicht des Patienten führen (Maßnahme erläutern)
  3. Maske bei laufendem Gerät an das Schlauchsystem anschließen
  4. Ziel: Synchronisierung von Patient und Gerät

exacerbierte COPD
primäre Geräteeinstellungen:

  1. Beatmungsmodus NIV / CPAP + ASB
  2. PEEP 5 mbar
  3. ΔpASB (nach Komfort und Oxygenierung): 5 mbar
  4. Spitzendruck (pMax) max. 25 mbar
  5. Inspirationstrigger: möglichst niedrig
  6. Druck-Rampe: steil
  7. FiO2 0,4 -1,0

am Beispiel Oxylog 2000plus:

  1. A Gerät einschalten
  2. B Modus Spn CPAP auswählen: Taste 3s gedrückt halten
  3. C FiO2: 100%
  4. D Pmax: 25 mbar
  5. mit Drehrad E einstellen:
    PEEP: 5 mbar
    ΔPsupp: 5 mbar
    Trigger: 3 l/min
    Rampe: steil
CPAP

Wahlweise kann über Einstell. 1 der Modus NIV* mit Drehrad E aktiviert werden

*NIV kann als Ergänzungsfunktion für die druckkontrollierten Beatmungsmodi Spn-CPAP und Spn-CPAP/PS aktiviert werden. Der Spn-CPAP-Modus kann spontan atmenden Patienten mit Inspirationsflow oder Druckunterstützung versorgen, wenn inspiratorische Atemarbeit einsetzt. Mögliche Leckagen an der Maske werden durch das Gerät erkannt, kompensiert und in die Messwerte für VTe und MVe einbezogen.

CPAP

Ziel- und Erfolgskriterien

  1. Ziel-SpO2: > als 85%
  2. Abnahme der Dyspnoe
  3. sinkende Atem– und Herzfrequenz
  4. ggfs. Verbesserung der Vigilanz

Eskalationsstufen

  1. Steigerung ΔpASB schrittweise bis auf 15 mbar
  2. Unverzügliche Intubation durch Notarzt bei ausbleibender klinischer Besserung oder Eintreten der Kontraindikationen!

Lungenödem
primäre Geräteeinstellungen:

  1. Beatmungsmodus: CPAP
  2. PEEP (nach Komfort und Oxygenierung): 5 mbar
  3. FiO2: 0,4 -1,0

Ziel- und Erfolgskriterien

  1. Ziel-SpO2: > als 90%
  2. Abnahme der Dyspnoe
  3. sinkende Atem– und Herzfrequenz
  4. ggfs. Verbesserung der Vigilanz

Eskalationsstufen

  1. Steigerung PEEP schrittweise auf 10 mbar
  2. bei drohender respiratorischer Erschöpfung Druckunterstützung (ASB) einstellen
  3. unverzügliche Intubation durch Notarzt bei ausbleibender klinischer Besserung oder Eintreten von Kontraindikationen

Cave!

  1. Engmaschige klinische Beobachtung und enger Patientenkontakt!
  2. Keine Verzögerung einer pharmakologischen Therapie oder einer notwendigen Intubation!
  3. Jederzeitige Intubationsbereitschaft!
  4. Zeitige Vorinformation an die aufnehmende Klinik.

Alle Angaben entsprechend:
Handlungsalgorithmen für die Notfallsanitäterin / den Notfallsanitäter Land Brandenburg Version 1.4 vom 01.03.2019
www.draeger.com