EKG Pathologie

Alle Angaben auf dieser Homepage dienen ausschliesslich dem Lernen im Rahmen der Weiterbildung zum Notfallsanitäter in Brandenburg. Es sind weiterhin die Erstellungsdaten der Skripte und Handlungsalgorithmen zu beachten!

Da nicht für die Fehlerfreiheit der gemachten Angaben garantiert werden kann, wird für Schäden, die durch eine Anwendung dieser Informationen an Patienten entstehen, keine Haftung übernommen!

Zum Vergrössern auf die Bilder klicken. Achtung! Große Datenmenge!

Asystolie

EKG
  1. Keine Herzaktivität. Patient ist reanimationspflichtig!

Kammerflimmern / Kammerflattern

EKG
  1. Kammerflimmern (links) mit einer Frequenz über 320/min
  2. Kammerflattern (rechts) mit einer Frequenz über 250/min
  3. Lebensbedrohliche Zustände, welche nur mit einer Defibrillation beendet werden können!
  1. Ungeordnete Herzaktivität ohne effektiven Auswurf. Patient ist reanimationspflichtig!

Pulslose Elektrische Aktivität - PEA

EKG
  1. im EKG erscheinen noch Herzaktionen
  2. eine Beantwortung der Impulse durch den Herzmuskel findet nicht statt
  3. keine Herzauswurfleistung = kein Volumen
  1. Ungeordnete Herzaktivität ohne effektiven Auswurf. Patient ist reanimationspflichtig!

Sinusknoten - AV Block I°

EKG
  1. PQ-Zeit länger als 200ms / 0.2s

Sinusknoten - AV Block II° Mobitz I (Wenkebachblock)

EKG
  1. PQ-Zeit verlängert sich bis zum Ausfall QRS Komplex

Sinusknoten - AV Block II° Mobitz II

EKG
  1. nur jedem zweiten (2:1 Überleitung) / dritten (3:1) P folgt ein QRS Komplex

Sinusknoten - AV Block III°

EKG
  1. QRS Komplex entsteht unabhängig von P-Welle

Sinusknoten - absolute Arrhythmie / Vorhofflimmern

EKG
  1. keine P-Welle erkennbar
  2. QRS unregelmässig

Wenn

  1. HF > 150/min
  2. RR sys kleiner 90mmHG
  3. Patient bewusstlos

Kardioversion / syncrone Defibrillation in Betracht ziehen!

Vorhofflattern

EKG
  1. sägezahnartige, regelmässige P-Welle
  2. hohe Vorhoffrequenz von 250-400/min
  3. durch AV-Knoten Blockierung mit
  4. 2:1 (Bild), 3:1, 4:1 Überleitung
  5. z.B. 2:1 Überleitung: nur jeder zweiten Vorhoferregunge folgt ein schmaler QRS

Wenn

  1. HF > 150/min
  2. RR sys kleiner 90mmHG
  3. Patient bewusstlos

Kardioversion / syncrone Defibrillation in Betracht ziehen!

supraventrikuläre Tachykardie

EKG
  1. P-Welle erkennbar, bei hoher HF nicht mehr
  2. QRS regelmässig und schmal

Wenn

  1. HF > 150/min
  2. RR sys kleiner 90mmHG
  3. Patient bewusstlos

Kardioversion / syncrone Defibrillation in Betracht ziehen!

ventrikuläre Tachykardie

EKG
  1. keine P-Welle erkennbar
  2. verbreiteter QRS-Komplex > 140ms/0.14s
  3. monomorphe VT mit immer gleichen QRS Formen
  4. polymorphe VT mit wechselnden QRS Formen

Wenn

  1. HF > 150/min
  2. RR sys kleiner 90mmHG
  3. Patient bewusstlos

Kardioversion / syncrone Defibrillation in Betracht ziehen!

Digitaliseffekt

EKG
  1. ST-Strecke mit muldenförmigen Senkungen
  2. PQ-Zeit kann sich verlängern
  3. Bradykardie möglich

Überhöhte T-Welle

EKG
  1. überhöhte, spitzpositive und gleichschenklige T-Welle
  2. Auftreten bei erhöhten Vagotonus mit Bradykardie, Hypotonie, Erschöpfung, Miosis, Zeichen der Zentralisation möglich
  3. kann ein Erstickungs-T beim Herzinfarkt sein
  4. kann Zeichen der Hyperkaliämie (z.B. bei Niereninsuffizienz) sein -> Bradykardie möglich

Bigeminus

EKG
  1. jedem Normschlag folgt eine Ventrikuläre Extrasystole (VES)
  2. Digitalisvergiftung möglich
  3. frühzeitige, das heißt in die T-Welle einfallende VES, können zu einem Kammerflimmern führen

ggfs. Reanimationsbereitschaft herstellen

QRS Komplex - Rechtsschenkelblock (strukturelle Herzerkrankung kann vorliegen)

EKG
  1. in Ableitung V1: R-Zacke aufgesplittert
  2. in Ableitung 1 und/oder V6: S-Zacke breit und tief

QRS Komplex - Linksschenkelblock (strukturelle Herzerkrankung kann vorliegen)

EKG
  1. in Ableitung V1: breiter, negativer QRS Komplex
  2. QRS-Dauer verlängert: mehr als 140 ms bei Männern, mehr als 130 ms bei Frauen
  3. in Ableitung V6: R-Zacke aufgesplittert und breit, S-Zacke fehlt
  4. in Ableitung 1 / aVl / V1 / V2 / V5 / V6: QRS-Kerbungen möglich
  5. neu aufgetretender LSB kann einen Myokardinfarkt als Ursache haben

ST-Strecke - ST-Hebung (Infarktzeichen)

EKG
  1. ≥ 0.1 mV in zwei Extremitäten Ableitungen
  2. ≥ 0.2mV in zwei benachbarten Brustwand Ableitungen

Vorderwandinfarkt in Ableitungen:

  1. anteroseptaler Infarkt: V1 - V4
  2. großer Vorderwandinfarkt: V1-V6, 1, aVl
  3. Lateralinfarkt: 1, aVl, V6

Hinterwandinfarkt in Ableitungen:

  1. inferiorer Infarkt: 2, 3, aVF
  2. posterolateraler Infarkt: 2, 3, aVF, V5-V6

Beachte! STEMI / NSTEMI!

Quellen:
EKG-Auswertung - Schema des Medizinischen Curriculums München (MeCuM)
http://www.fokus-ekg.de
http://zollernalb-klinikum.de